So besteigst du den Mount Rinjani auf Lombok

Nachts um 4.

 

Mein Blick wandert zum Kratersee, mitten darin ein aktiver Vulkan. 

Die Aussicht ist der Wahnsinn. 

Der Aufstieg: auch der Wahnsinn. Purer Wahnsinn. 

 

Mitten in der Nacht, völlig kaputt und erkältet quäle ich mich einen 3000 Meter hohe Berg hinauf. 

 

Krank - denkst du dir bestimmt.

 

Aber die Tour war es definitiv wert. Drei Tage. Berg auf - Berg ab. Die Besteigung des  Mt. Rinjani in Indonesien gehört zu den schönsten und eindrucksvollsten Momenten während meines Sabbaticals. 

 

PS: Solltest du nicht gerade erkältet sein - ist der Aufstieg einiges angenehmer. Geplant war es ja nicht krank auf den Berg zu steigen…. ich war einige Wochen vorher krank und eigentlich wieder gesund - dachte ich. ;)

 

Tipps + Tricks// Allgemeines // Ausrüstung und was du beachten solltest

  • Zieh dir Wanderschuhe an, keine Lauf- oder Turnschuhe. Du kannst dir auch welche bei deinem Anbeter ausleihen. Du läufst die nächsten drei Tage fast durchgängig - daher sollten sie bequem sein und nicht reiben. 
  • Blasenpflaster - die sind gold wert falls du dir doch ein paar Blasen reibst. 
  • warme Kleidung. Oben auf dem Gipfel und in den Basecamps (auf über 2000 Metern höhe) kann es frisch werden. Ab und an sind hier sogar Minusgrade. 
  • es gibt (fast) nur vegetarisches essen. Das ist leichter verträglich und gesunder. Und hält sich die drei Tage auf Wanderschaft. 
  • etwas Kondition ist erforderlich. Für völlige Wanderneulinge ist es nichts. Etwas Außdauer und Fitness benötigst du, aber alles machbar. 
  • Sei gesund. Auch ein leichter husten kann sich unter so anstrengen Bedienung extrem auswirken und es macht wirklich keinen Spaß. ;)
  • Packliste: nimm nur das mit was du wirklich brauchst. Und das ist für drei Tage nicht sehr viel. Zahnbürste, Wanderschuhe, Wechselkleidung, dicke Jacke und lange Hose reiche völlig aus. Den Rest (Zelte, Essen, Trinken und co.) werden von den Trägern deines Reiseanbieters getragen. Ein etwas komisches Gefühl die Jungs dein Zeug schleppen zu lassen, aber für viele Bauern dort ist es eine gute (und die einzigste) Einnahme Quelle. 
  • Dein restliches Gepäck kannst du bei deinem Anbieter hinterlegen. Nach der Tour bekommst du es wieder. Sicherheitshalber solltest du deine Reisedokumente und Geld mit nehmen. Bei den meisten Anbieter ist dieser Dienst kostenlos. 
  • Equipment wie Wanderstecken, Winddichte Jacken und co. kannst du dir von deinem Anbieter leihen. 

 

Tag 1 - auf zum ersten Basecamp - ist doch easy, oder?

Fünf Uhr am Morgen und der Wecker klingelt.

 

Es folgt ein köstliches Frühstück mit Fruchtsake und einem wundervollen Sonnenaufgang. 

 

Danach werden wir von unserer Unterkunft abgeholt. Nach einiger Zeit sind alle da. Es gibt ein Briefing und schon starten wir mit dem Bus Richtung Mt. Rinjani. Wir sind insgesamt 6 Wanderer, ein Guide und drei Träger. Die Träger sind der absolute Wahnsinn, aber später mehr. 

 

Die ersten Stunden der Wanderung sind angenehm. Nicht zu steil. Wir laufen durch eine wunderschöne Landschaft - ohne Bäume. Also auch kein Schatten. Gegen ein Uhr gibt es unser äußerst köstliches Mittag. Die Träger können nicht nur unglaubliche Lasten schleppen, sonder auch noch traumhaft gut kochen. 

 

Die letzen zwei Stunden der ersten Etage werden richtig steil. Ich quäle mich mit jedem Schritt mehr. Wenn ich mich umschaue bin ich nicht alleine damit. Das Tempo unserer Gruppe wird immer langsamer. Erschöpf und zufrieden erreichen wir das Basecamp. Der erste Blick auf den Kratersee ist traumhaft. 

 

Als wir ankommen sind die Zelte bereits aufgebaut und die Träger machen Witze. Die Jungs sind der blanke wahnsinn. Kurzzeit später gibts es Essen - kandierte Bananen und Curyysuppe. Erschöpft fallen wir alle ins Bett. Nicht lange, denn Morgen früh starten wir mitten in der Nacht zum Gipfel des Berges. 

 

Tag 2 - Aufstieg auf dem Gipfel

Nachts um zwei Uhr klingelt der Wecker. Mir geht es scheiße. So richtig. Meine Erkältung ist doch noch nicht auskuriert. Ich huste was das zeug hält und fühle mich elend. 

 

Der Aufstieg ist der härteste meines Lebens. Und dabei Wander ich gern. Vor wenigen Wochen habe fünf Tage lang einen 14kilo schweren Rucksack durch das Tsikikama Gebirge in Südafrika geschleppt.

 

Du watest durch Vulkanasche. Mit jeden Schritt rutscht du gefüllt zwei zurück. Vorwärts kommen ist wirklich eine Qual. Aber die Aussicht von oben entschädigt alles! Ich möchte dir nicht zu viel Angst machen: es ist anstrengend und du solltest den Anstieg ernst nehmen, aber es ist machbar. Und wenn es nicht mehr geht - dann mach eine Pause. Gehe dein Tempo, du musst nicht der erste auf dem Berg sein. 

 

Gegen acht bist du zurück am Basecamp: dort wartet ein leckeres Frühstück auf dich. Gönn dir ein kleines Nickerchen. Den um Neun geht es schon wieder weiter. Aber diesmal Bergab. Du wanderst in Serpentinen hinunter immer Richtung Kratersee. Die Landschaft - der Wahnsinn. Am See angekommen gibt es Mittag. Vorher kannst du dich im A****kalten Wasser abkühlen. Es ist ein wundervolles Erlebnis in einen Vulkankrater zu baden. 

 

Nach dem Mittag besuchen wir die heißen Quellen. In einigen Becken könntest du Eier kochen. Danach folgt der Aufstieg auf die andere Seite des Berges. Einen Aufstieg der nochmal vier Stunden dauert und SEHR anstrengen ist. Das Tempo der Reisegruppe wird immer langsamer, aber das ist nicht weiter schlimm. Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichen wir unser Camp. Was für ein wunderschöner Moment. Danach gibt Essen - natürlich sind unsere Zelte schon aufgebaut. Unsere Träger warten schon einige Stunden auf uns. Wofür wir vier Stunden brauchen, schaffen die Jungs in zwei mit 25 Kilo Gepäck auf den Schludern. 

 

Tag 3 - der Abstieg

Der letze Tag wird entspannt - wir laufen ca. sechs Stunden Bergab. Erst durch karge Berglandschaft und zum Schluss durch den Regenwald. Ich genieße jeden Schritt. 

 

Nachmittags um zwei erreichen wir den Startpunkt unserer Wanderung. Glücklich und Zufrieden werden wir zu unserer nächsten Unterkunft gefahren. Jetzt heißt es ein paar Tage entspannen auf der kleinen Insel Gilli Meno. Das haben wir uns verdient. 

 

Preise & Anbieter:  Was kostet die Tour?

Es gibt zahlreiche Anbieter von Billig bis teuer. Ich empfehle dir: nimm lieber einen teuren Anbieter! Dort bekommst du einen hervorragenden Guide, köstliches Essen, genügen Wasser und die Träger bekommen einen fairen Lohn. Auch ist es wichtig das ein Träger nur zwei Wanderer abdeckt. Eine Gruppe von 10 Leuten mit zwei Trägern ist nicht professionell. 

 

Wir haben unterwegs Gruppen getroffen, die am ersten Tag kein Wasser mehr hatten und aus dem See trinken sollten. Auch Essen gab es bei einigen Gruppen nicht ausreichen. Auch Zelte waren teilweiße mangelware. 

 

Buche lieber einen teureren Anbieter mit guten Bewertungen - sonst kann dieser Aufstieg schnell zu Höllentrip werden. Und die teuren Anbieter sind bezahlbar. Bei unseren Anbieter hast alles geklappt: toller Guide, leckeres Essen, mehr als genug Wasser, bequeme Zelte, genügen Träger für unsere Gruppe und unfassbar viele Kekse für zwischen durch. Uns kostet die drei Tages Wanderung mit Hol- und Bringservice quer durch die Insel und einer Übernachtung am Vortag 3 Millionen IDR pro Person rund 180€. 

 

Unser Anbieter: … LINK!!!

 

Träger & Leistungen:

An dieser Stelle möchte ich meine Begeisterung für die Träger nochmals äußern. Die Jungs tragen 25 Kilo drei Tage quer über den Berg. Die 25 Kilo tragen sie aber nicht in einem Rucksack sondern in zwei Körben die an einer Stange befestigt sind. Die meisten Träger laufen diese harte Tour in Flipflops oder Barfuß, Rauchen ununterbrochen und sind doppelt so schnell oben wie du. Die Jungs sind der Wahnsinn und sie können auch noch richtig gut kochen. 

 

Was du sonst noch in der Umgebung machen kannst

Am Fuße des Rinjani gibt es einige wunderschöne Wasserfälle mitten im Regenwald. Ein  Besuch lohnt sich. Einige kannst du ohne Guide besuchen, andere darfst du nur mit einer Gruppe. Lombok ist eine wundervolle Insel und bietet Bescheren tolle Einblicke in die Natur und die Menschen. Ich habe mich sofort verliebt und kann jeden empfehlen ein paar Tage nach der Wanderung auf der Insel zu bleiben. Mehr Tipps für die Insel gibt es im Reiseführer von Lonely Planet *. 

 

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